Ich hätte eigentlich nicht gedacht, dass mein Beitrag zum Thema kostenloser Rechtsrat derart einschlägt. Ich habe so einige persönliche Nachrichten von Kollegen bekommen, die sich über die selben Anfragen ärgern. Eine Antwort möchte ich dabei besonders herausstellen und zitieren, weil sie das Problem schön darstellt, ich hoffe die Kollegin verzeiht mir die anonyme Darstellung:
[...]Gleichzeitig erhalte ich von meinen Ärzten Rechnungen, die mich bleich werden lassen. Hier wurden neulich 10 Minuten (Vernähen einer kleinen Wunde) mit 280 € berechnet. Wie kommt es, frage ich mich, dass da draußen scheinbar Menschen herumrennen, die denken, Rechtsberatung koste nichts? Sagen die das auch zu ihrem Arzt?[...]
Wohl gemerkt, möchte ich keinen Kreuzzug gegen die aktuellen Aussagen das Anwaltsvereins starten, dass sich Pro Bono- Beratung auszahlen kann, denn bei diesen Anfragen geht es in aller Regel um Personen, die eine Pro-Bono Beratung nötig hätten und die ich auch jederzeit gewähren würde. Es geht auch nicht darum, dass man einen potentiellen guten neuen Mandanten kostenlos eine kleine Frage beantwort, weil dieser in Zukunft noch genug Geld bei einem bezahlen wird.
Es geht vielmehr um die Selbstverständlichkeit vieler Personen und auch Unternehmen, dass ein Rechtsanwalt doch eben nebenbei mal ein paar Fragen beantworten kann. Ob daran das Internet schuld ist, wodurch man viele Kollegen schnell durchtelefonieren kann und durch das man bei Kollegen auch des öfteren Erfolg hat, weil sie sich sonst in der eigenen Kanzlei langweilen? Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass die Kollegen, die diese Anfragen beantworten, sich auch keinen Gefallen tuen, denn mehr als ein Langeweilevertrieb wird dabei eben nicht aquiriert werden.
Geschrieben von: Marian Härtel