Der kostenlose Rechtsrat, Teil 2
Ich hätte eigentlich nicht gedacht, dass mein Beitrag zum Thema kostenloser Rechtsrat derart einschlägt. Ich habe so einige persönliche Nachrichten von Kollegen bekommen, die sich über die selben Anfragen ärgern. Eine Antwort möchte ich dabei besonders herausstellen und zitieren, weil sie das Problem schön darstellt, ich hoffe die Kollegin verzeiht mir die anonyme Darstellung:
[...]Gleichzeitig erhalte ich von meinen Ärzten Rechnungen, die mich bleich werden lassen. Hier wurden neulich 10 Minuten (Vernähen einer kleinen Wunde) mit 280 € berechnet. Wie kommt es, frage ich mich, dass da draußen scheinbar Menschen herumrennen, die denken, Rechtsberatung koste nichts? Sagen die das auch zu ihrem Arzt?[...]
Wohl gemerkt, möchte ich keinen Kreuzzug gegen die aktuellen Aussagen das Anwaltsvereins starten, dass sich Pro Bono- Beratung auszahlen kann, denn bei diesen Anfragen geht es in aller Regel um Personen, die eine Pro-Bono Beratung nötig hätten und die ich auch jederzeit gewähren würde. Es geht auch nicht darum, dass man einen potentiellen guten neuen Mandanten kostenlos eine kleine Frage beantwort, weil dieser in Zukunft noch genug Geld bei einem bezahlen wird.
Es geht vielmehr um die Selbstverständlichkeit vieler Personen und auch Unternehmen, dass ein Rechtsanwalt doch eben nebenbei mal ein paar Fragen beantworten kann. Ob daran das Internet schuld ist, wodurch man viele Kollegen schnell durchtelefonieren kann und durch das man bei Kollegen auch des öfteren Erfolg hat, weil sie sich sonst in der eigenen Kanzlei langweilen? Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass die Kollegen, die diese Anfragen beantworten, sich auch keinen Gefallen tuen, denn mehr als ein Langeweilevertrieb wird dabei eben nicht aquiriert werden.
Ähnliche Beiträge:
- Geiz ist geil – oder Mandanten und der kostenlose Rechtsrat Am Wochenende hat man endlich einmal Zeit ein wenig zu...
- Anwälte und der Rechtsrat? Vielleicht bin ich heute wegen des besseren Wetters in Berlin...
Geschrieben von: Marian Härtel
September 11th, 2008 at 15:24
Selbstverständlich verzeiht sie. Gleichzeitig sollte sie ergänzen: Es wurde ein Leberfleckchen begutachtet, entfernt, zack zugenäht, ein Pfaster geklebt und nach einer Woche 2 Minuten draufgeguckt (Laborkosten kamen extra). Beim Kassenpatienten wahrscheinlich eine Geschichte zum Preis von unter 100 €. Da die Naht dann auch noch platzte und ein anderer Arzt (besser und preiswerter) erneut nähen musste, wurde die Rechnung von mir in der zitierten Höhe nicht beglichen. Dass solche Honorare für Standard-Vorgänge im medizinischen Bereich, die keinerlei teure Technik, etc. erfordern, überhaupt möglich sind, verblüfft. Doch wird das vom Patienten überhaupt in Frage gestellt? Nein, da die Kosten in der Regel übernommen werden von den Krankenkassen. Außerdem ist die Ärztelobby so stark, dass wir Jahr für Jahr lesen dürfen, wie schlecht es den Ärzten geht, so dass sich das Gefühl ausbreitet, Rechnungen in astronomischer Höhe müssen gerechtfertigt sein.
Anwaltskosten werden bei nicht Rechtschutz versicherten Mandanten oder bezogen auf bestimmte Rechtsgebiete nicht von einer dritten Partei übernommen. Insofern tragen viele Mandanten ein anderes Kostenbewusstsein zum Anwalt als zum Arzt.
Sicher es auch so, dass Anwälte insgesamt weniger verdienen, als Anwälte vor 15, 20, 30 Jahren (Ärzte dito?), ohne dass die Haftungsrisiken gesunken wären. Mir sind in Berlin einige Kollegen bekannt, die am Existenzminium herumlavieren. Dennoch oder gerade deshalb wirft mich die Dreistigkeit um, mit der per E-Mail, am Telefon oder über Foren wie XING Umsonstberatung “eingefordert” wird. Auch ich spreche hier nicht von pro bono. Jeder menschenfreundliche Anwalt wird dies schweigend schon das ein oder andere Mal gemacht haben. Doch die Menschen, die es wirklich nötig haben, würden nie auf die Idee kommen, ein pro bono einzufordern. Und natürlich, Herr Härtel, stimme ich auch mit Ihnen überein, dass es sich in vielen Fällen einfach lohnt, die ein oder andere Frage umsonst zu beantworten, um den Mandanten zu gewinnen oder zu halten. Das ist aber ein Spiel, bei dem auch der Mandant weiß, dass er tatsächlich “etwas zu bieten” hat. Eklatant ist bei meinem kleinen Vergleich zu guter Letzt auch, dass mich ein Anruf beim Arzt mit der Bitte um ein neues Rezept bereits eine “Rezeptgebühr” kostet – gerne auch mit der Zusatzziffer “telefonische Beratung”, obwohl ich nicht mal mit dem Arzt gesprochen habe. Was würden meine Mandante wohl dazu sagen?
Oktober 13th, 2008 at 14:34
Mein Zahnarzt Dr Keresztes Wien will gleich meine Eigentumswohnung für eine Behandlung; die laut Inserat 20.-E kostet. Gerichte wollen es mit Gewalt durchsetzen. Ärtze sidn m¨chtig, aber das geht auch nur mit skrupellosen Rechtsanwälten Christofff Beck und Co Renner.