Der Undank des Mandanten ist der Welten äh Anwälte Lohn – oder auch nicht

Heute habe ich mich wieder einmal über mich selber geärgert, bei Erstberatungen nicht auf Vorkasse zu bestehen. Argh!

Vor ca. einer Woche rief eine Mandantin an, sie war wegen eines Akzentes und leichten Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache für die Sekretärin nur schwer zu verstehen. Also schrieb die – damals noch potentielle – Mandantin eine lange EMail, die zwar einigermaßen verständlich war, jedoch immer noch eine Menge wirre Informationen in gebrochenem Deutsch darstellte. Da ich mir so etwas, ohne Bezahlung, vorher nicht zumuten wollte, bekam sie letzten Freitag einen Termin, an dem sie – ohne Rückmeldung – nicht auftauchte. Nach einigem Hin und Her, bekam sie gestern sogar noch einen weiteren Termin und ich hörte mir alles geduldig an. Schimpftiraden auf ihren Provider, Schimpftiraden auf zwei Softwarehäuser und viele kleine weitere, teils sehr wirre, Geschichten.

Im Gespräch war der Mandantin sehr anzumerken, dass sie weder vom Internet noch von Technik viel Ahnung hatte, was mich besonders wunderte, denn Sie wollte, jetzt in Ihrer Rentnerzeit, eine Flirtplattform aufmachen, die sie irgendwo gekauft hatte.

Leider, und im Nachgang muss ich wirklich “leider” sagen, musste ich ihr in zwei Fällen mitteilen, dass dabei wenig Aussicht auf rechtlichen Erfolg besteht und sie weitere große Kostenrisiken entstehen würden und dass in einem anderen Fall die Kündigung beim Provider die bessere Idee sei, denn Streitigkeiten über die Geschwindigkeit des DSL Anschlusses würden viel Stress und Ärger bedeuten. All diese juristischen Fragen sind jemanden, ohne grundlegende Kenntnisse bei Technikfragen noch besonders schwer zu erklären. Tipps bzgl. der Frage, warum eine Flirtplattform für 5000 User auf einem T-Online Webspace für 12 Euro im Monat nicht gut aufgehoben ist, gab es dabei aber trotzdem noch gratis. Ebenso wie viele weitere Hinweise.

Gestern tat die Mandantin auch noch so, als ob sie zufrieden sei. Heute ärgere ich mich, dass ich so ehrlich war und sie nicht in sinnlose Prozesse drängen wollte. Es folgte nämlich eine böse EMail, dass ich sie wohl als Rentnerin nicht beraten wolle, dass ich eigentlich lieber ihre Gegner als Mandanten haben wolle und viel weiterer Unsinn, inklusive der Ankündigung, dass sie meine Beratungsrechnung auf keinen Fall bezahlen würde und dies auch ihrer Rechtsschutzversicherung verbieten wollen würde.

Nach so viel Hilfe, Zeitaufwand und Kopfschmerzen nach einer Erstberatung, bei der selbst der Kollege im Nachbarzimmer im Nachgang meinte, dass ich wohl “geschwitzt” habe, verliere ich für so etwas Wirres jedes Verständnis. Mit Nachdruck musste ich die Mandantin heute also auffordern, die heute folgende Rechnung zu begleichen, sonst werden – neben den Provider, den sie nicht mehr bezahlen will, wir als weitere Kläger folgen. Die Korrespondenz mit der eigenen Rechtsschutzversicherung darf sie einmal schön selber übernehmen…

In solchen Situationen ärgert man sich dermaßen, nicht langsam auf Kollegen zu hören und ohne Geld keinen Finger mehr zu rühren. Aber ich bin wohl zu gut für diese Welt ;) und zudem sind diese Mandanten zum Glück die Ausnahme und die meisten schätzen unsere Arbeit und vergüten diese zeitnah…

Geschrieben von: Marian Härtel

Piratenpartei lehnt Killerspielverbot entschieden ab

Die Piratenpartei kritisiert scharf den hilflosen Aktionismus der Innenministerkonferenz und fordert alle Computerspieler auf, bei der Europawahl diesen Sonntag ein erstes Zeichen zu setzen. Als ein Ergebnis der Innenministerkonferenz wurde ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot von sogenannten “Killerspielen” erreicht. Nach der Bundestagwahl droht dann auch noch ein Verbot von Paintball.

Thorsten Wirth, Kandidat der Piratenpartei für die Europawahl, sträuben sich bei solchen Vorhaben die Nackenhaare:

Die Politik zeigt weiter, wie bizarr weltfremd sie mit der Jugendkultur umgeht und wie sehr sie mit der Dummheit der Wähler rechnet. Dass jedesmal wenn ein Jugendlicher Amok läuft, sich ein ganz schlauer Politiker ins Bild drängt und die bösen Computerspiele als Übeltäter ausmacht, ist quasi schon ein ‘running gag’, auf den gewettet wird.

Die logische Konsequenz aus derlei Vorgehen wäre: Abschaffung der Bundeswehr, Verbot von Schusswaffen aller Art, Verbot von Brettspielen, deren Ziel die Vernichtung des Gegners ist (Schach, Dame, Risiko …) . Wo bleibt da eine angemessene Analyse und warum stellt nicht mal jemand die gesellschaftlichen Hintergründe einer Tat wie in Winnenden in Frage? Jugendliche werden auch vom System Schule, von der Gnadenlosigkeit unserer Gesellschaft zu Amokläufern, wo bleiben hier die Konsequenzen?

Ich selber spiele gerne diese sogenannten ‘Killerspiele’, man organisiert LAN-Parties und tüftelt Strategien aus, übt seine Geschicklichkeit und hat auch einfach eine geile Zeit zusammen. Wie dumpf ist es denn, erwachsenen Menschen so eine verlogene Moral aufzuzwingen?

Geschrieben von: Marian Härtel

Langsam bekomme ich einen *****reiz

Was soll man dazu noch sagen? Es langweilt irgendwie einfach nur noch, wenn Innenminister glauben, dass ihre Beschlüsse irgendeine Auswirkung haben oder also ob dies im Bundesrat beschließbar wäre.

Das ist fast noch langweiliger als Aktionismuspoltik in Wahlkampfzeiten.

Demokratie auf ihrem Tiefpunkt. Gute Nacht Deutschland!

Da weise ich doch glatt noch einmal auf diese Petition und diese Demonstration hin. Ab 18:00 geht die Demo übrigens los!

Geschrieben von: Marian Härtel

Was ist los mit Infoscore? Flasche leer?

Immer wenn man denkt, dass ein Sachverhalt nicht getoppt werden kann, wird man eines besseren belehrt. Erst vor kurzem beschrieb ich in diesem Eintrag, wie die Infoscore Forderungsmanagement GmbH sinnlose Briefe schreibt, obwohl wir die Begleichung der Forderung bereits abgelehnt haben.

Ich hatte eigentlich fast gehofft, dass Sie sich doch noch zu einer Klage durchringen, stattdessen kam heute schon wieder eine neue Forderungsaufstellung. Ich verstehe es nicht mehr. Es macht einfach keinen Sinn mehr. Insbesondere wundert es mich, dass dies bei anwaltlich vertretenen Personen durchgezogen wird. Bei Personen, die keinen Anwalt eingeschalten haben, ist es ja möglich, dass diese einknicken, aber wenn ein Anwalt bereits geschrieben hat, warum die Forderung seiner Meinung nach keinen Bestand hat?

Die einzig sinnvolle Erklärung ist, dass diese ganzen Schreiben, die ja alle keine Unterschrift tragen, wirklich absolut automatisiert sind und dort keiner mehr einen Überblick hat. Irgendein Hilfsarbeiter tütet dann wahrscheinlich einfach jeden Tag 1000 Briefe ein. Die richtige Antwort wäre eigentlich eine negative Feststellungsklage, den Stress und die Kosten, die er vorstrecken müsste, möchte ich ihm aber nicht zumuten. Irgendwann kommt man aber wohl nicht drum herum.

Geschrieben von: Marian Härtel

Der gute Menschenverstand und das Internet: Fehlanzeige!

Ein Mandant entwickelte und betreibt ein Browserspiel. Er hat damit Erfolg und so gibt es wohl auch Neider. Einer dieser Neider fand wohl eine Sicherheitslücke auf dem Server und eignete sich vor einiger Zeit den Quellcode an. Soweit zwar eine nette Geschichte, aber nicht besonders aufregend.

Lustig wird das Ganze in Bezug auf denjenigen, den wir für die Verwendung des Skriptes abmahnen mussten (leider nicht der Neider, denn Staatsanwaltschaften brauchen schon einmal ein wenig länger *sigh*). Neben der Unterlassungserklärung forderten wir selbstverständlich auch die Informationen, woher derjenige sich das Skript besorgte. Auch dieses Schreiben erhielten wir heute fristgerecht, die Information amüsiert mich aber schon den ganzen Tag.

Quelle des Skriptes war/ist die Seite Scriptmafia.org. Wie man sich tatsächlich von einer Webseite mit diesem Namen etwas herunterladen, es dann öffentlich auf einem deutschen Server installieren und anbieten kann und dann auch noch behaupten will, dass man nicht wußte, dass dies gegen Urheberrechte verstößt, ist mir eigentlich noch unerklärlicher, als die Tatsache, dass jemand Zweifel haben kann, wofür der Dienst “The Pirate Bay” gedacht sei.

Der gute Menschenverstand funktioniert wohl nicht bei allen Menschen…

Geschrieben von: Marian Härtel

Powered by WordPress