Spiele gegen Pädophilie?
In meinem Arbeitsalltag erlebe ich viel Neues und treffe ständig neue Menschen, und das nicht nur aufgrund meiner Reisen.
Vor kurzem bin ich aber doch ins Zweifeln geraten. Das Thema ist eigentlich extrem ernst und man hätte es wirklich nicht mit Spielen in Verbindung gebracht.
In einer sehr angesehen Forschungsanstalt in Berlin, die sich mit dem Thema Pädophilie beschäftigt und wie/ob man diese Menschen in die Gesellschaft resozialisieren kann, beschäftigt man sich ernsthaft mit dem Thema, ein Serious Game (oder neu “angewandtes Spiel”) zu entwickeln, um diesen Menschen dabei zu helfen, ihre Neigungen an virtuellen Objekten unter Kontrolle zu bringen.
Ich kann mir ehrlich gesagt kaum vorstellen, wie ein solches Spiel aussehen soll und ob man damit wirklich Heilchancen verbessern kann, aber die juristischen Themen, anfangen vom Strafrecht bis hin zu Persönlichkeitsrechten lassen mir als juristischen Berater durchaus einen kühlen Schauer über den Rücken jagen. Auf der anderen Seite haben solche Menschen auch Hilfe verdient, erst recht wenn sie sich freiwillig behandeln lassen, oder?
Kann so etwas wirklich funktionieren? Sollte es so etwas geben?
Ich bin mir weiterhin unschlüssig.
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Geschrieben von: Marian Härtel
November 19th, 2009 at 18:57
Natürlich ist das Unfug.
Es geht hier nicht um eine ausgelagerte/umdisponierte Sucht wie es mit dem Methadon-Programm gemacht wird. Solche Täter sind in erster Linie Opfer ihrer eigenen, kaputten Vergangenheit und handeln nicht bewusst. Das ist alles altbekannt. Ein Spiel kann und ist oft auch in der Therapie nur ein klitzekleiner Teil des Gesamten. Und wenn ich das richtig lese, gehen Sie von einem Videospiel aus. Vermutlich, wenn es denn tatsächlich eine seriöse Institution ist, wird das eher etwas in die Richtung mit “Bauklötzchen” gehen (man fängt da wieder ganz von vorne an, wer jetzt also was mit Kinderspielzeug/Kindergarten im Sinn hatte liegt nicht ganz falsch).
So lobenswert das auch alles ist, was mir regelmässig sauer aufstösst, ist dass man den Eindruck bekommen muss es werde sich mehr um die Täter als die Opfer gekümmert. Und das ist abseits aller Schlagzeilen und des StammtischGegeifers die eigentliche Schande. Schlagzeilen vergehen und werden vergessen, Opfer leben/vegitieren danach ihr Leben vor sich hin.
#k.