Wenn Mandanten Leistungen scheinbar umsonst haben wollen
Gestern bin ich über diesen Blogeintrag beim Kollegen Paulei gestolpert und er hat mich gleich an einen Anruf vom Mittwoch erinnert.
Anrufer (mit starkem chinesischen Dialekt): Ich habe eine Abmahnung bekommen. Das ist so ähnlich wie bei einem ehemaligen Mandanten von Ihnen und der hat Sie auch empfohlen.
Ich finde das natürlich immer super, wenn man weiterempfohlen wird. Das Problem, und damit meine ich nicht das Problem den Anrufer sprachlich zu verstehen, folgte aber auf dem Fuß.
Anrufer: Die Frist läuft morgen aus, können wir kurz vorbeikommen?
Meine Antwort: Aber sicher doch. Eine Erstberatung kostet bei uns 150 Euro + Umsatzsteuer, die aber angerechnet wird, wenn es zu einem vorgerichtlichen Mandant kommt, versuchte ich ihm zu erklären.
Das war wohl nicht in seinem Sinne, denn aus vergangenen Erfahrungen weiß ich schon, dass, wenn jemand daraufhin antwortet, dass er gleich zurückrufe, sich niemand mehr meldet. So war es auch und ich fragte mich erneut: Was erwarten potentielle Mandanten? Dass man deren Schriftsätze erst einmal kostenlos bearbeitet? Dass die Erstberatungsgebühr angerechnet wird, ist doch eigentlich schon ein fairer Deal?
Ähnliche Beiträge:
- Wenn Mandanten keine Lust mehr auf die Polizei haben… Einer unserer Mandanten, der Dienstleistungen für Onlinespiele anbietet, hat ein...
- Wenn Behörden zu viel Langeweile zu haben scheinen… Nun dachte ich doch tatsächlich, dass in dieser Sache das...
- Abmahnungen, Mandanten und die Kosten Des öfteren trifft man ja auf das Problem, dass Mandanten...
- Die Aufklärung des Mandanten durch den Rechtsanwalt – Normalfall oder Seltenheit? Ich möchte einmal einen Kommentar aus meinem letzten Beitrag zum...
- Und bei der Staatsanwaltschaft bewegt sich doch jemand – man darf es nur nicht eilig haben Nachdem in einer Sache bzgl. Urheberrechtsverletzungen bei Onlinespielen unserer Mandanten,...
Geschrieben von: Marian Härtel
August 27th, 2010 at 09:05
Ob die beim Bäcker, Metzger, Friseur und beim Mediamarkt damit wohl erfolgreicher sind als beim Anwalt?
August 27th, 2010 at 09:58
Bei einem Frisör wird man bei der Terminvereinbarung jedenfalls nicht auf den Preis hingewiesen. Das hätten Sie m.E. besser in Ihrer Kanzlei gemacht. Dann hat der pot. Mandant wenigstens schon mal in die Anfahrt investiert …
August 27th, 2010 at 10:35
Mag sein, dass ich da zu ehrlich bin bzgl. Aufklärungspflicht gegenüber dem Mandanten );